Warum so viele Frauen keine Verbindung zu sich haben
- daslebenfliesst
- vor 5 Tagen
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– und wieso der Zugang über den Körper führt
Viele Frauen erleben eine subtile Entfremdung von sich selbst. Sie funktionieren, organisieren, leisten und halten Beziehungen zusammen – doch innerlich bleibt oft das Gefühl einer fehlenden Tiefe oder Orientierung.
Spannung entsteht zwischen äußerem Leben und innerem Erleben.
Besonders deutlich wird dies, wenn man fragt: Wodurch empfindest du dich als Frau? Welche Beziehung hast du zu deinem Körper oder zu deinem Beckenraum? Die meisten können darauf nicht antworten. Nicht aus Desinteresse, sondern weil dieser Zugang kulturell kaum existiert.
Die weibliche Sozialisation in westlichen Gesellschaften ist stark leistungs- und funktionsorientiert. Mädchen und Frauen lernen früh, zu gefallen, zu harmonisieren und sich anzupassen. Körperliche Empfindung, zyklische Rhythmen, intuitive Orientierung oder Emotionalität gelten dagegen als unzuverlässig, irrational oder störend. Diese Entwertung prägt die Wahrnehmung: Der Körper wird objektiviert, sexualisiert oder medizinisch betrachtet – aber selten bewohnt.
Doch der weibliche Körper – besonders der Beckenraum – trägt zentrale Ressourcen für uns als Frauen: Sinnlichkeit, Intuition, Grenzbewusstsein, Lust, Kreativität, Orientierung. Dieser Bereich ist nicht nur anatomisch, sondern psycho-emotional und kulturell aufgeladen. Wenn Frauen diesen Raum nicht selbstbestimmt bewohnen, verlieren sie ein wichtiges Navigationssystem, das über Gedanken und Logik hinausgeht.
Unser Beckenraum ist ein Zentrum für Fortpflanzung, Sexualität, Hormone, Nervensystem, Kreativität und Erdung.
Doch gleichzeitig ist er Schauplatz kollektiver Tabus, Scham, Verletzungen und Kontrolle. Kein Wunder, dass sich viele Frauen lieber davon abspalten: Für die meisten bedeutet Becken primär Sex, Geburt oder medizinische Diagnostik, im schlimmsten Fall sogar Erfahrung sexueller Übergriffe und Gewalt – nicht Selbstkontakt oder innere Führung.
In einer wettbewerbsorientierten, materialistischen Kultur gelten Rationalität, Beschleunigung, Produktivität und Messbarkeit als Norm. Weibliche Qualitäten wie Zyklizität, Empfindung, Beziehung, Intuition oder Körperintelligenz werden abgewertet, sexualisiert oder als „esoterisch“ stigmatisiert. Daraus entsteht ein kollektiver Verlust: Frauen wissen nicht mehr, wie sich Verbindung anfühlt - zu sich selbst und anderen Frauen.
Verbindung entsteht nicht theoretisch, sondern durch Übung: durch Wahrnehmung, Atem, Berührung, Entschleunigung und die Bereitschaft, im Körper anzukommen. Es braucht Räume, in denen weibliche Körperlichkeit nicht bewertet, sondern erfahren werden darf.
Und zwar auf eine Weise, die der weiblichen Energie entspricht: langsam, weich, empfangend, wahrnehmend - statt leistungsorientert, optimierend, schnell.
Die Frage nach der Beziehung zum eigenen Beckenraum ist kein „Luxusproblem“, sondern eine politische, psychologische und spirituelle Frage. Sie führt zurück zu Selbstkontakt, Grenzen, Lust, Kreativität und Lebendigkeit. Sie stellt eine Kultur in Frage, die den weiblichen Körper seit Jahrhunderten kontrolliert und entwertet. Und sie befähigt Frauen, ihre tiefe Kraft zu erkennen, zu leben und in die Welt zu bringen. Um diese maßgeblich mitzugestalten mit weiblicher Energie.
Wenn du diesen Zugang erkunden möchtest, ist das keine Reise, die du allein gehen musst. Es gibt Räume und Methoden, die dich begleiten können – über den Körper, die Wahrnehmung und konkrete Praxis.




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